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03.07.2020 |  Mitteilung der Pressestelle INDat.info

Coronakrise: Hilfe für insolvente Privatpersonen durch Restschuldbefreiung nach drei Jahren
– Bundesregierung beschließt verkürztes Restschuldbefreiungsverfahren bei Verbraucherinsolvenz –

… „Die Arbeitsgruppe Verbraucherinsolvenz empfiehlt:
Schuldnerberaterinnen und -berater sollten nun mit den Schuldnerinnen und Schuldnern prüfen, ob sie mit dem Insolvenzantrag bis zum 1. Oktober 2020 warten können. Auch wer erst kürzlich einen Antrag gestellt hat, kann diesen noch bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens zurücknehmen und so eine längere Laufzeit als drei Jahre vermeiden. Der Antrag kann durch eine einfache schriftliche Erklärung gegenüber dem Insolvenzgericht zurückgenommen werden und muss nicht begründet werden.
Für Insolvenzverfahren, die auf Anträgen aus der Zeit nach dem 17. Dezember 2019 basieren, gilt bereits nicht mehr die volle sechsjährige Laufzeit, sondern eine Übergangsregelung mit abgestuften Laufzeiten.“

Auszug aus der Pressemitteilung von INDat.info
(Datenservice und Informationen zum Insolvenzgeschehen)
Verlag INDat GmbH
Aachener Str. 222
50931 Köln

Info:
Die Arbeitsgruppe Verbraucherinsolvenz und Restschuldbefreiung wurde als Untergruppierung der ARGE Insolvenzrecht und Sanierung 2001 gegründet. Die Arbeitsgruppe bietet Schuldner- und Gläubigervertretern, Insolvenzverwaltern und Treuhändern ein Diskussions- und Fortbildungsforum zu Fragen der Insolvenzverfahren natürlicher Personen.
Die Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im Deutschen Anwaltverein (DAV) ist ein Zusammenschluss von über 1.300 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, deren berufliches Interesse sich besonders auf das Insolvenzrecht und die Sanierung von Unternehmen richtet. Die Arbeitsgemeinschaft ist seit November 1999 als Arbeitsgemeinschaft im DAV organisiert. Sie ist bundesweit die größte deutsche Vereinigung von Insolvenzrechts- und Sanierungsexperten. Der Deutsche Insolvenzrechtstag, den die Arbeitsgemeinschaft 2004 ins Leben gerufen hat, ist die größte insolvenzrechtliche Veranstaltung in Europa. Darüber hinaus veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft seit 2012 einmal jährlich den Europäischen Insolvenzrechtstag / European Insolvency & Restructuring Congress (EIRC) in Brüssel.

LINK zur Pressemitteilung

ACHTUNG NEU WIEDER GEÖFFNET

Ab Juli sind unsere Beratungsstellen wieder geöffnet und wir stehen Ihnen persönlich als Ansprechpartner zur Verfügung. Auf Grund der nach wie vor bestehenden notwendigen Hygienemaßnahmen bitten wir Sie, sich mit uns im Vorfeld telefonisch über unsere gebührenfreie Telefonnummer (0800  4887110) oder über unser Kontaktformular für einen konkreten Termin zu verabreden.
Bitte beachten Sie auch, dass während des Gespräches von Ihnen ein Mund-Nasen-Schutz mitzubringen und zu tragen ist. Wir bedauern die in der Vergangenheit notwendigen Einschränkungen und versprechen alles in unserer Macht stehende zu tun, damit die entstandene „Beratungslücke“ so schnell es geht geschlossen wird.
Danke für Ihr Verständnis und Ihr Vertrauen.

Verkürzung Restschuldbefreiungsverfahren (Insolvenzverfahren)

Am 01.07.2020 hat die Bundesregierung den vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Verkürzung der Dauer des Restschuldbefreiungsverfahrens (als Teil des Insolvenzverfahrens) beschlossen.
Demnach sollen Verfahren nunmehr nur noch 3 Jahre statt der aktuell noch bestehenden Zeitspanne von bis zu 6 Jahre dauern. Diese Regelung gilt für alle nach dem 01.10.2020 gestellten Anträge auf Insolvenz und ist aktuell bis zum 30.06.2025 befristet.
Es kann also durchaus Sinn machen mit der Antragstellung bis nach dem 01.10.2020 zu warten oder sogar eingereichte Anträge zurückzuziehen. Dabei sind allerdings Rahmenbedingungen und Spezifika zu beachten, die sinnvollerweise VOR einer solchen Entscheidung mit uns abzuklären wären.
Für alle vor dem 01.10.2020 gestellten Anträge gibt es nur eine anteilige zeitliche Verkürzung der Verfahren, so dass mit einer deutlich längeren Verfahrensdauer (über 3 Jahre hinaus)gerechnet werden muss.
Detaillierte Informationen, auch zu der anteiligen Verkürzung, den veränderten Mitwirkungspflichten und Auflagen, können Sie im Link zu den FAQ`s nachlesen.
Des Weiteren finden Sie die Pressemitteilung der Bundesministerin für Justiz und für Verbraucherschutz Christine Lambrecht vom 01.07.2020.

Am 24.04.2019 hat der Minister für Justiz und für Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg Cottbus besucht. Herr Minister Ludwig übergab im Rahmen seines Besuches einen Zuwendungsbescheid für das Projekt „Resozialisierungsmaßnahmen für Strafgefangenen im Rahmen der Schuldner- und Insolvenzberatung in den Justizvollzugsanstalten im Land Brandenburg“ an den SIN e.V.

Der SIN e.V. ist seit vielen Jahren erfolgreich und umfangreich u. a. in der Beratung und Betreuung straffälliger Menschen, speziell im Bereich der Schuldner- und Insolvenzberatung tätig und unterstützt im Rahmen seiner Aktivitäten einerseits die Auseinandersetzung des Strafgefangenen mit seiner Schuld, das Überdenken der Schuld und der damit verbundenen Neupositionierung und andererseits die Aufgabe nach der Haftentlassung, ein Lebensniveau zu schaffen und einen neuen Lebensstil zu finden, der eine rasche und dauerhafte Integration und Resozialisierung ermöglicht und die neu gestaltete soziale Situation festigt.

Am 01.08.2018 besuchte der Minister der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, Herr Stefan Ludwig, unsere Geschäftsstelle in Cottbus und übergab eine Förderurkunde für unser Projekt „Resozialisierungsmaßnahmen für Strafgefangene im Rahmen der Schuldner- und Insolvenzberatung in den Justizvollzugsanstalten im Land Brandenburg“.
Das Ministerium unterstützt damit unsere verantwortungsvolle und anspruchsvolle Arbeit in den Justizvollzugsanstalten, die wir seit vielen Jahren leisten.
Wir möchten an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, um uns bei allen Beteiligten, insbesondere dem Ministerium, den Anstaltsleitungen und den engagierten Mitarbeiter*innen der Sozialdienste der JVA, zu bedanken und der Hoffnung Ausdruck zu verleihen, auch zukünftig gemeinsam an den anstehenden Aufgabenstellungen zu arbeiten.
Pressemitteilung des MdJEV:

Pressemitteilung
Schuldnerberatung Cottbus SIN e.V. NEWS